Der neuste Amoklauf ist kaum vorüber und schon gehts wieder los:
Die CSU will Killerspielverbot und sieht auch augenscheinlich nicht im entferntesten ein, das eine Waffe im Spiel war, die dort nicht hingehörte. Was haben Schusswaffen in einer Wohnung verloren (vor allem wenn ein minderjähriges Kind dort wohnt)? Achso, stimmt ja - damit kann man ja gar nicht schiesen üben. Erinnert sich noch jemand an den
Tagesschauchat mit Thüringens Innenminister Gasser?
"Bei Steinhäuser war feststellbar, dass die von ihm verwendeten Killerspiele ihn zu einer unglaublichen Zielgenauigkeit geführt haben und er bei seinem Amoklauf durch das Gutenberg-Gymnasium nur aufgrund dieser monatelangen Übungen in der Lage war, eine solche Anzahl von Menschen zu erschießen, obwohl er keineswegs ein sportlicher Typ war."
Ganz großes Tennis. Und selbst nach so einem Fall müssen wir uns von unserem
Kameramann Schäuble solche Aussagen anhören:
"Wir wollen privaten Waffenbesitz nicht gänzlich verbieten", so Schäuble. "Wir haben ja ganz strenge Begrenzungen.""
Man dürfe nicht glauben, der Grund für das "schreckliche Geschehen" sei privater Waffenbesitz.
Das eigentliche Problem seien vielmehr die Gewaltdarstellungen."
Wenigstens schlägt er nicht mehr in die gleiche Kerbe und will "Killerspiele" verbieten, aber er hat ja auch einiges wieder gut zu machen bei den Bürgern.
Und bei all dem Trubel und den hunderten Zeitungsmeldungen, Hintergrundinformationen und Theorien für das Motiv vermisse ich wie immer das Wichtigste. Eine Stimme, nur eine einzige Stimme aus der Politik hätte ich gern mal die sagt "Okay, wir haben Mist gebaut. Das Schulsystem funktioniert so nicht und wir haben es eingesehn. Wir können nicht länger wegschauen und so tun als gäbe es kein Mobbing und heftigen psychischen Druck. Wir müssen jetzt endlich was tun."
Aber darauf warte ich vermutlich so lange wie auf Godot.