Patchwork

Montag, 8. Oktober 2007

Patchwork - Teil 4

(hier gehts zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3)

Ich lächelte den beiden Wesen freundlich zu, denn sie schienen mit mir kommunizieren zu wollen. Da das kleine Geschöpf sehr schreckhaft zu sein schien, streckte ich alle meine Glieder von mir und liess meine Zunge heraushängen um ihm zu zeigen das ich völlig unbewaffnet war. Doch als ich noch "Hab keine Angst" flüsterte, flüchtete das kleine Wesen und gab unbeschreibliche Laute von sich.

"Malte, bleib hier!", rief der Fachmann dem weinenden Kind hinterher. Der ganze Stolz von Frau Strauß war ein einziges Häufchen Elend, das sicher einige Jahre intensive Therapie von Herrn Samström benötigen würde um wieder resozialisiert zu werden. Der Fachmann wurde nun endgültig wütend.
"Reiss dich zusammen du kranker Freak, sonst schnall ich dich wieder auf die Liege!", brüllte er dem Inhaftierten entgegen, der immer noch splitternackt in seinem wattierten Zuhause Stand und ihm unter obszönem Gestöhne seine Zunge entgegenreckte.
Keiner wusste wer dieser offensichtlich stark verwirrte Mann war und woher er kam. Jedoch stellte der Fachmann sich so einen Anrufer dieser Call-TV Sendungen vor, die unter stammeln auflegen oder abstrus falsche Antworten ins Telefon schleudern. Angewiedert schloss er die Zellentür und machte sich auf die Suche nach Malte.

Nachdem die Wesen verschwunden waren setzte ich mich zufrieden auf den Boden. Diesmal schienen sie mich verstanden zu haben und ich hoffte inständig keine weiteren entwürdigenden Experimenten mehr ausgesetzt zu werden. Auch das exotische Essen, welches auf diesem Planeten augenscheinlich anal aufgenommen werden musste, machte mir wirklich zu schaffen. Um die fremdartigen Lebensformen nicht zu verägern passte ich mich natürlich an - aber leicht war das alles nicht. Überhaupt waren die letzten Stunden so aufregend gewesen, das ich vermutlich nicht einmal mehr einen erneuten Kontakt zu ihnen verkraften konnte.
Plötzlich wurden meine Gedanken von einem hellen Blitz inmitten des Raumes abrupt unterbrochen. Eine gleissend helle Kugel aus purem Licht hatte sich inmitten meines Zimmers materialisiert und breitete sich in alle Richtungen aus. Und bevor ich noch irgendetwas sagen konnte wurde ich von dem eiskalten Lichtball umschlungen.

Fortsetzung wie immer bei konner

Sonntag, 30. September 2007

Patchwork - Teil 2

Hier die Fortsetzung unseres Patchworkprojekts zu Teil 1 von konner.

"Alles in Ordnung mit dir?", fragte ich sehr vorsichtig, denn ich wollte die fremdartige Lebensform nicht erschrecken. Doch es reagierte nicht.

"Komm weg da, Malte!", rief eine besorgte Mutter ihrem Jungen zu. Malte jedoch kniete auf dem Boden des überfüllten Einkaufszentrums, untersuchte dessen Fugen mit seiner Donnie Darko-Actionfigur und es hatte nicht den Anschein als würde er damit in absehbarer Zeit aufhören. Vor ihm stand ein etwas merkwürdiger Pantomime mit einer Holzmaske, der augenscheinlich unter Drogen stand. Er brabbelte aufgeregt vor sich hin und fing an herzerweichend zu schreien als er sich bei dem Versuch die Maske abzunehmen mit seinen ungepflegten Fingernägeln tief in den Hals schnitt. Als er Malte entdeckte stellte er sein Geschrei jedoch abrupt ein und starrte ihn stattdessen an.
"Alien! Ein echtes Alien", rief er aufgeregt und begann wie ein kleines, zurückgebliebenes Kind zu tanzen.
"Sören-Malte! Du kommst sofort hierher!", kreischte die Mutter ausser sich und verlor dabei ein paar Krümel der Sonnenblumenkerne, die sich in ihren Zahnzwischenräumen festgesetzt hatten.
Der ganze Lärm lockte nun schlussendlich den Wachdienst an, der - in Gestalt zweier mittvierziger mit kreisrundem Haarausfall und ausgebleichten Uniformen - den zugedröhnten Strassenkünstler mit Nachdruck aus dem Einkaufszentrum entfernte. Wenige Sekunden später flog der verwirrte Pantomime in hohem Bogen aus der Pforte, landete auf dem Rücken und starrte mit aufgerissenen Augen in die pralle Mittagssonne.

"Sie... sie holen mich!", dachte ich noch bei mir als ich urplötzlich ein starkes Ziehen einer höheren Macht an mir spürte. Endlich war es so weit - ich war auserwählt! Es zerrte an mir, ich fühlte mich schwerelos und frei. Die Welt schien Kopf zu stehen und plötzlich starrte ich durch meine Maske direkt in das grelle Leuchten aus einer anderen Welt.

...

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