Erkenntnisse

Dienstag, 22. Juli 2008

Ich mach nur kurz die Augen zu

spachs und schon war sie eingeschlafen.
"Hey, ich hab nicht geschlafen!". Doch, hast du. Aber das ist nicht weiter tragisch, denn in deiner Welt kann schlafen auch "mit einer Wärmebildkamera am Strand von Bali spazieren gehen" heissen.
Also lächle ich nur und antworte nicht. Denn für weitere Interpretationsversuche fehlt mir der Elan, ich brauche all meine Konzentration um meine Worte so sorgfältig zu wählen das sie auch bei dir so ankommen wie sie sollten. Und wenn ich dir sage "das ist okay", dann ist das okay. Drei kleine Worte deren Bedeutung feststeht wie Zement. Da gibt es kein Sublevel, keine zweite Bedeutung. Du musst nicht zwischen den Zeilen lesen, mein "das" heisst nicht "ich", "ist" heisst nicht "bin" und "okay" nicht "unglücklich". Lies mir nur von den Lippen ab, was auch wirklich dort steht und bitte schreib auch ab und zu auf deinen eigenen Mund, damit ich mitkriege was in deinem Kopf passiert. Denn stattdessen brütet dort was hinter deiner Stirn, interpretiert was gar nicht interpretiert gehört, erschafft Wahrheiten die nur in deiner Welt gültig sind und meist beeinflusst werden vom frustrierten Pessimismus welcher wohl einst als Schutzreflex für all den Mist um dich herum gedacht war. Aber jetzt mischt er sich in Gedanken ein, in denen er nichts verloren hat. Und er hat die sinnlosen Konversationsbausteine erfunden die sich immer wieder zwischen uns einfügen.
Sich nervtötend wiederholen und mich mittlerweile nicht mehr langweilen, sondern stressen.

Das sind die Dinge, über die ich nicht nachdenke während du schläfst und ich den gemeinsamen Film alleine zuende sehe.
"Ich hab nicht geschlafen. Ich hatte nur die Augen zu."
Doch, hast du. Aber das ist okay.

Mittwoch, 29. August 2007

Lustig

...das die Staatsanwaltschaft datenschutzrechtlich geschützte Daten von meinem Provider abruft, ohne das der Provider mir dazu Auskunft geben darf - wegen dem Datenschutz. Wahnsinn was rechtlich so alles möglich ist. Falls ihr euch fragt... ja, ich wurde abgemahnt.
Und ja - Urheberrecht. Wer mich kennt, der weis das ich der Industrie ne Menge Geld in den Rachen schiebe:
DVD_1 Chaos
(und das ist nur meine DVD Sammlung)
Versteht mich nicht falsch, ich weis das das Unrecht war. Ich bezahl ja alles und unterlasse ja alles auch. Erklär das sogar noch. Besitze jetzt ausschlieslich nur noch Originale. Ist nur schade für die Industrie denn so viele Filme (z.B. Naked Lunch, a scanner darkly, the machinist, uvm.) und Alben (z.B. Porcupine Tree - Deadwing, Kasabian - Empire, uvm.) hab ich nur gekauft weil ich sie mir vorher (kostenlos) angesehn und angehört habe, gezeigt und vorgeführt bekam. Und ich werde sicher nicht Unmengen an Geld ausgeben für Filme und Musik, von denen ich nicht weis ob ich sie mir immer und immer wieder ansehn oder anhören werde. Denn die Trailer sind ja alle klasse, die Cover sehn alle vielversprechend aus. Und die Ausleihgebühren hier sind auch n Witz. Wieso gibt es nicht DEMOS wie bei Software? Einfach der komplette Film / das komplette Album in minderer Qualität? Naja, da kommt ja doch nur wieder der Weltverbesserer in mir hoch...
Also ab jetzt nur noch die Sachen aus der Ramschkiste und Klassiker.

Dienstag, 24. Juli 2007

If you can't express something with words

you better just live through it in silence

Sonntag, 15. Juli 2007

Eiskalt entliebt

Nein, mit einem Knall in meinem Kopf, so begann es nicht. Aber so endete es. Rückwärtsverlieben - ist das jetzt modern? Früher hat man sich - zack - einfach so verliebt und dann langsam und oft auch schmerzhaft auseinandergelebt. Das waren noch Zeiten. Bessere Zeiten? Was weis ich schon. Nur das dieser Knall neu ist, ganz neu. Er fühlt sich an als würden einem mit einem Schlag die Eingeweide aus dem Bauch gerissen. Doch es tut nicht weh, nur der Schock ist spürbar. Man frostet sich einfach eine Zeit lang an und auf einmal ist alles weg. Einfach so - zack - entliebt. Oder vielleicht doch nicht? Was bleibt, ist der Irrglaube das es so etwas irrationales gar nicht geben kann. Was ich nicht sehe, ist auch nicht passiert. Die menschliche Naivität, sozusagen. Doch Fakt ist Fakt und auch die wärmsten Gefühle sind in ihrem inneren scheinbar doch eiskalt und berechnend.

Freitag, 6. Juli 2007

Fliegen mit konstanter Geschwindigkeit

Manchmal wird einem einfach so glasklar vor Augen, was eigentlich schon seit langem feststeht. Doch irgendwie sah man den Fakt vor lauter krampfhaftem Klammern nicht. Loslassen. Fallen. That's the way it works. Und dieses Gefühl des fliegens ist nicht einmal unangenehm, doch es ist auch nicht wirklich angenehm. Déjà-vécu? So müsste sich ein tibetanischer Mönch fühlen, der hinter seiner Maske des ewigen Lächelns ein absolut neutrales Gemüt vergraben hält. Innere Zufriedenheit my ass! War sie es? Nein, ganz sicher nicht. Doch ich war es auch nicht, oder? Egal. Der Krampf...er löst sich. Neutrale Entspannung macht sich breit. Zur Ruhe kommen. Zwar nicht im positiven Sinne, doch auch irgendwie erlösend. Erkenntnis durch Abstand. Die Realität (be)greifen, festhalten und ob der Angst schon wieder im emotionalen Krampf fast ersticken zu müssen sofort wieder loslassen. Mehr Abstand. Weit weg rudern. Raus aufs Meer und von der Sonne geblendet unangestrengt zur Küste blinzeln. Die Form erkennen, kleine Dinge zusammenfügen und schlussendlich dann die endlos vielen winzigen Details als großes Ganzes wie ein fertiges Puzzle vor sich ausgebreitet liegen haben.
Erkennen, begreifen.
Sehen, verstehen.
Das wars.

(geschrieben am 4.6.2007)

Freitag, 22. Juni 2007

Gedankenzwischenablage - Reprise

Ich will nichts Halbes und bekomme nichts Ganzes.
Also wähle ich Nichts. Und die leuchtende Metropole verschwimmt zu einem sehnsüchtigen Wunsch, der immer langsamer bis zum Grunde meines Herzens sickert und darauf wartet wieder geborgen zu werden.
Too much ado about something that won't work.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Menschen machen Klamotten - nicht andersherum

Antwort auf den letzten Kommentar von Nichtmädchen:
"aber kleider machen leute.
und wie ich mich nach außen gebe, will ich auch gesehen werden, oder nicht?"

Da mir das Kommentarfeld zu klein war, antworte ich hier:
genau das ist die Frage. Oder eben auch nicht ;)
Ich denke dieses Dilemma ist eigentlich nur ein Teufelskreis der Gedankenlosen, weil jeder denkt das der Andere einen nach seinen Klamotten beurteilt. Ich denke nicht so. Ich denke de facto gar nicht mehr darüber nach ausser in einigen lustigen Momenten (wenn ich zum Beispiel im Ketzeroutfit in der Kirche...egal!)
Es ist doch nicht wichtig wie du gesehn wirst. Du kannst eh nie wissen wie Menschen reagieren wenn du z.B. einen Pferdeschwanz oder offene Haare trägst. Ob die Leute dich sexy oder peinlich finden wenn du einen kurzen Rock trägst. Ob die Leute dich schlampig oder nett finden wenn du weitere Hosen trägst.
Die Frage bleibt im Raum stehen: Ist es wirklich wichtig oder _machen_ wir es nur wichtig?
Ich denke es ist Zweiteres. Denn ich habe noch niemals nicht eine Situaton erlebt in dem meine Klamotten über Freundschaft, Partnerschaft oder gar Sympathie entschieden haben. Vermutlich ist es nur die Unsicherheit die wir versuchen uns dadurch zu nehmen, das wir an die Illusion glauben mit gepflegten Klamotten und modischem Stil einen positiven Ersteindruck zu hinterlassen und somit eine Basis schaffen, auf der wir aufbauen bzw. mit deren Hilfe wir leichter Sympathie oder Anerkennung erlangen. Dieser Ersteindruck mag vielleicht wirklich besser ausfallen, jedoch entscheidet er meiner Ansicht nach gar nichts und ich gehe sogar soweit zu sagen das dieser ebenso wenig irgendetwas erleichtert.
Das ist wie mit dem Alkohol. Viele Leute sind der Meinung das man durch das locker und offener werden einen leichteren Zugang zu Menschen hat und somit eher Chancen bekommt, jemanden kennenzulernen. Das halte ich für Schwachsinn! Ich sehe es nämlich so, das man einfach mehr Mut hat den man von alleine nicht aufbringen will oder einfach nicht kann weil man sein Selbstwertgefühl weit unter Wert hält. Was aus dem künstlich aufgeputschten Mut alles für Dilemmas entstehen, wissen die meisten Menschen wohl selbst.
Wenn wir also jetzt krampfhaft an diesem Aspekt der Welt im Sinne von "Kleider machen Leute, auch wenns einem nicht gefällt" festhalten, dann kräftigen wir diese Vorstellung nur. Man schätzt damit automatisch - zumindest in einem gewissen, persönlich flexiblen Rahmen - auch andere Leute nach deren Klamotten ein und gibt ihnen damit das gleiche Gefühl, das man eigentlich selbst nicht haben möchte. Also lasst uns diesen Irrglauben zumindest auf der freundschaftlichen bzw. Freizeitebene endlich über den Haufen werfen und anfangen uns einfach mal verdammt wohlzufühlen in den Klamotten die wir tragen. Und nicht kaum atmend wegen dem einschnürenden Korsett in hochhackigen Schuhen über die Strassen stacksen, mit Makeup das teurer ist als ein afrikanisches Kind wochenlang zu ernähren, nur um unser Selbstwertgefühl künstlich zu stärken und nach aussen hin "gut" auszusehen. Was, wenn ihr mal _wirklich_ darüber nachdenkt, rein gar nichts mit "aufs Äussere achten" zu tun hat, sondern einfach nur wahnsinnig dämlich ist.

Mittwoch, 20. Juni 2007

Willenskraft kontra glücklich sein

"Mach doch was du willst!"
Das habe, das mache ich seit Jahren. Doch wirklich weiter bringt es mich nicht. Ist das "glücklich sein" vielleicht doch eine Formel, das Leben ausschliesslich - wenn auch ziemlich komplexe - Mathematik? Denn dann hiesse das, die Menge an Willenskraft, Dispziplin und aktueller Situation plus einer Prise Zufall mit den ganzen alltäglichen Variablen die auf uns herunterprasseln wie saurer Regen multipliziert ein Ergebnis, das mein glückliches Wohlgefühl in Prozent angibt. Zuviel Wille ohne Disziplin und schon ist die Rechnung versaut und das Glücksgefühl sinkt stetig gen Zero.
Oder so.
Im Moment gehts mir okay. Nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht und das ist auch der Grund warum ich mir über so etwas Gedanken mache. Das lenkt ab und hilft, die Waage zu halten. Als balancierte ich Tag für Tag auf einer riesigen Messerspitze und möchte nichts riskieren. Wer rutscht auch in so einem Moment gerne ab? Also lieber die aktuelle Situation beibehalten. Sich freuen, das man einigermaßen im Gleichgewicht ist und wirklich nichts riskieren.
Nur nichts riskieren.
Oder doch?

Dienstag, 19. Juni 2007

Nicht mit mir

Haus, Auto, Baum, Kind - Tot

Montag, 23. April 2007

Formsache

"Möchten Sie noch etwas dazu?"
"Kann ich Ihnen helfen?"
"Sind sie mit unserem Service zufrieden?"
Nein!
Ich hasse dieses gesieze! Ernsthaft, ich hab die Nase gestrichen voll - und nicht nur wegen des Pollenflugs! Wer hat sich diesen Unsinn eigentlich ausgedacht? Auch wenn es bei uns nicht so extrem wie in Japan ist, ekelt mich diese sachliche Form doch an. Das "Sie" bringt doch gleich dieses Distanzgefühl mit sich, das die gesamte zwischenmenschliche Wärme im Keim erstickt. Damit sagt mir doch der Verkäufer im Elektronikladen schon, wie sehr er mich geringschätzt! "Kann ich Ihnen helfen?" impliziert doch sofort: Bleib weg von mir! Ich lächle nur, weil ich dein Geld will!
Dabei sollte es doch ein nettes, warmes Miteinander sein. Ich brauche den Verkäufer/TÜVPrüfer/Amtsschimmel und er braucht mich. Das ist doch schon der Anfang einer zwischenmenschlichen Beziehung, oder nicht? Und Respekt oder gar Unterordnen hängt meines Erachtens auch nicht davon ab. Mit den meisten Menschen die ich am höchsten schätze und respektiere, ist "du" die Anrede, nicht "Sie".
Wann immer ich die Gelegenheit bekomme biete ich meinen Mitmenschen das "du" an. Auch wenn es albern oder hoffnungslos romantisch klingt, aber das ist mein kleiner Beitrag im Kampf gegen die soziale Kälte...
(so... und jetzt zerreist mich ;P)

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