Die unsterbliche Seele

Dienstag, 6. Juni 2006

Die unsterbliche Seele 2 / I

"Religion ist das Problem", sagte die sanfte Stimme und die nachfolgende Stille verschluckte deren Silben wie ein endloser, tiefschwarzer See. "Bist du dir dessen sicher?", entgegnete die kaltherzige Stimme, "ist es nicht der Mensch selbst, das Tier in ihm, der nur die Religion benutzt um eine Ausrede für seine Greueltaten zu finden?".
Langsam schwoll eine neblige Wolke vor der sich langsam drehenden Erde an und formte sich zu einer Hand von gigantischer Größe. Vier ihrer Finger winkelten sich an und der abstehende zeigte mit theatralischer Deutlichkeit auf einen kleinen Fleck, hoch oben im tibetischen Hochland.
"Sie dir diese Menschen an, sind sie nicht das genaue Gegenteil von Tieren?", begann die weiche Stimme, und wurde je von ihrem Gegenpart unterbrochen. "Doch auch sie liessen sich zu den fürchterlichsten Taten bringen", hallte es durch den alles andere als leeren Raum des Universums. Der jetzt bedrohend wirkende Finger wanderte nach Sierra Leone, als wollte er die Kinder Afrikas vorwarnen. Nachdem abermals eine kosmische Ruhe eingetreten war, ergriff die warmherzige Stimme erneut das Wort:
"Die Menschen sind weder gut, noch böse. Und es ist wohl an uns, ihr Schicksal zu bestimmen"
"So ist es, so war es und so wird es auch immer sein", ergänzte die dunkle Stimme und sie begannen, eine blau glühende, namenlose Seele erneut auf eine Reise zur Erde zu schicken.

Donnerstag, 5. Januar 2006

Die unsterbliche Seele X

München, 1940 n.Chr.
Innerhalb eines knappen halben Jahres brach das komplette deutsche Reich zusammen. Die wirklich überzeugten Nationalsozialisten verfielen in eine blinde Raserei und versuchten das Volk zu reinigen, wie es ihr Führer ihnen eingetrichtert hatte. So bildete sich unter anderem die RVPD (reinrassige Volkspartei Deutschlands) unter der straffen Leitung eines charismatischen SS-Offiziers, der es schaffte sich binnen kürzester Zeit Respekt durch seine kalte, gewalttätige Art zu verschaffen. Doch Überall kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen und Kleinkriegen, die nicht so einfach zu bremsen waren. Es herrschte große Uneinigkeit im ganzen Land und so bildeten sich unzählige Splittergruppen, was dazu führte das Deutschland in der Umbruchszeit von 1940-45 nur noch aus einer Ansammlung kleiner bis mittelgroßer sich selbst verwaltender Gemeinden bestand. Doch die einzelnen Gemeinden vergrößterten sich zusehens, verschmolzen miteinander und sahen schlussendlich ein, das eine friedlichere Haltung der richtige Kurs war. Und dann, im Juni 1961, trat der gerade neu gewählte Herrscher Deutschlands, Friedrich Kempner ans Redepult und verkündete eine neue Ära der Friedfertigkeit.
"Wir müssen behutsam vorgehen" flüsterte die samtene Stimme. "Behutsam? wir können alles mit ihnen anstellen, sie sind wie Vieh!" antwortete die mürrischer klingende Stimme. "Sehr behutsam, die Geschichte der Menschheit ist wankelmütig" entgegnete die sanfte Stimme ein wenig lauter, "Feinfühliges Vorgehen hat höchste Priorität, sonst verlieren wir am Ende noch alles. Vergiss nicht wie wichtig unser Auftrag ist und wie wenig Zeit uns noch bleibt. Es geht um das Überleben unserer Art".

Ende des ersten Kapitels

Mittwoch, 21. Dezember 2005

Die unsterbliche Seele IX

München, 1939 n.Chr.
Am Morgen des 6. Novembers vernahm Johann Georg Elser eine sanfte aber dennoch autoritäre Stimme in seinem Kopf wahr, während er die Uhrwerke des Zündapparats einstellte. Seit mehr als 30 Nächten werkelte er nun schon nach Lokalschluß im Bürgerbräukeller am aushöhlen der Säule und dem Einsetzen von Sprengsätzen, die Adolf Hitler zur Strecke bringen sollten. Sein Plan sah vor, zwei Tage vor der Explosion in die Schweiz zu flüchten, um nicht mit dem Attentat in Verbindung gebracht werden zu können. "Überlege genau. Das hier ist von großer Bedeutung!", sagte die Stimme in seinem Kopf. Er sah sich hektisch um und blinzelte einige Male verwirrt von der ungewöhnlichen Lauten. "Die werden dich nicht einfach so in die Schweiz lassen. Was, wenn er seine Pläne ändert? Was, wenn er zu spät kommt? Du musst dich konzenztrieren!". Woher kam diese Stimme nur? Johann wusste es nicht, aber sie machte ihn nur noch nervöser. Doch die Stimme redete weiter auf ihn ein und langsam begannen seine Augen glasig und seine Bewegungen sicherer zu werden. Sie überzeugte ihn schliessliche, seine Pläne noch einmal zu überarbeiten. Er überlegte einige Minuten und stellte die Uhr dann auf kurz vor 9, eine halbe Stunde früher als er geplant hatte. "Damit kriege ich ihn sicher", murmelte er vor sich hin und verliess den Saal mit einem sehr guten Gefühl im Bauch. Die Stimme hatte nun endlich aufgehört, jetzt musste er sich nur noch einen neuen Fluchtplan einfallen lassen. "Wir sollten ihn nicht flüchten lassen, wer weis ob sie ihn nicht doch noch kriegen?" flüsterte die sanfte Stimme in die Unendlichkeit. "Du hast Recht", antwortete die andere Stimme "solch ein Schicksal hat er wahrlich nicht verdient". Im gleichen Moment, am Ende der Rosenheimer Straße, schlurfte Johann gedankenverloren im Morgengrauen Richtung Norden. Er grübelte angestrengt und blieb plötlzich erschrocken mitten auf der Straße stehen als es in seinem Kopf laut schallte. "Du wirst eine Art Märtyrer sein" grollte es paralysierend hinter seiner Stirn als ihn ein Wagen der NSDAP erfasste und mit qietschenden Reifen auf ihm zum stehen kam.

"Extrablatt, Extrablatt!", schrie ein kleiner Zeitungsjunge zwei Tage später, "Hitler bei Attentat getötet! Extrablatt, Extrablatt! Bombenanschlag im Bürgerbräukeller!"

Mittwoch, 14. Dezember 2005

Die unsterbliche Seele VIII

"Lass ihn schlafen", flüsterte die samte Stimme "es hat keinen Zweck ihn jetzt gleich wieder zu wecken". Die andere, bösere Stimme grollte bedrohlich heran und erwiderte "Aber wir brauchen ihn jetzt, schlafend nützt er uns überhaupt nichts!". Währenddessen schwebte die flackernde, blaue Seele sanft in der Unendlichkeit, irgendwo am Rande der Existenz und schlief fest. Sie träumte nicht, fühlte nichts und bewegte sich nicht, aber sie existierte und war wertvoller als sie sich jemals hätte vorstellen können. "Es ist sinnlos sie so zu quälen, lass uns noch ein wenig warten bevor wir sie wecken. Wir müssen einfach noch Geduld haben bis sie genug Kraft gesammelt hat". "Geduld?", antwortete die andere Stimme erbost "wir sind untätig und sinnieren hier anstatt zu handeln, während uns die gesamte Erde durch die Finger rinnt! Ich will nicht noch eine Welt verlieren!". Die beiden Stimmen diskutierten sehr aufgewühlt und mehrere Jahrzente lang, bis die sanfte Stimme schliesslich die Unterhaltung mit einem lauten, beherrschten "Na gut!" beendete. "Lass sie uns wieder in die Welt schicken. Wir werden ihr einen menschlichen Begleiter schicken der ihr den Weg weist". Die samtweiche Stimme wurde sehr leise und nachdenklich, sie hoffte insgeheim, dass es diesmal funktionieren würde. Aber sie glaubte nicht daran.

Freitag, 9. Dezember 2005

Die unsterbliche Seele VII

Rom, 410 n.Chr.
"Rom brennt! Es brennt!", kreischte eine aufgeregte Frau während sie in Panik versuchte sich ihren Weg aus den Flammen zu suchen. Überall lagen Trümmer, loderten Flammen, die Stadt war erfüllt von klirrendem Kampfgetöse und den Schreien der flüchtenden, römischen Bürger. Inmitten der flimmernden, heissen Luft kam Aurelis, Soldat im Dienste des Kaisers Valens, wieder zu Bewusstsein, nachdem ihn ein gotischer Soldat hart niedergeschlagen und in dem Glauben, er sei bereits tot, liegengelassen hatte. "Du musst es tun" schrie eine stechende Stimme in seinem Kopf und er stand langsam wie von ganz alleine auf. Aurelis war noch ganz benommen und schüttelte seinen Kopf damit die Schwärze aus seinen Augen wich. Er fragte sich was mit ihm geschehen war, ob er denn mit 36 Jahren schon all seine Kraft verloren hatte, aber bevor er darüber nachdenken konnte wurde er bereits in den nächsten Kampf verwickelt. Ein stark gepanzerter Soldat rannte im Blutrausch auf ihn zu, seine schwere, zweihändig geführte Lanze im Anschlag. Im letzten Moment gelang es Aurelis mit einem schnellen Schwertstreich die scharfe, gotische Lanze abzuwehren und sich zur Seite abzurollen. Bevor der Invasor reagieren konnte rammte er ihn sein Schwert mit aller Kraft zwischen den Rüstungsplatten in die Taille. Der Angreifer sackte röchelnd in sich zusammen und Aurelis zog sein Schwert heraus um sich blitzschnell umzudrehen. In einiger Entfernung sah er den obersten Heerführer und gotischen König Athaulf mit einer Decania gepanzerter Reiter auf sich zu preschen. "Töte", schrie es zwischen seinen Ohren und er brach zusammen. "Tu es, jetzt!", hallte es immer wieder in seinem Schädel, während er sich verkrampfte und versuchte dagegen anzukämpfen. Doch Aurelis kam nicht dagegen an, die Stimme wurde lauter, veränderte die Tonlage und Intensität. Verschiedene, schnelle Bilder schossen ihm durch den Kopf, Gladiatorenkämpfe, Hinrichtungen, ein ertrinkender Ägypter. Er schmeckte das Nilwasser in seinem Mund, konnte die Tiger der Arena riechen, seine Augen begannen zu flackern und Blut lief ihm aus seiner Nase und den Ohren. Noch bevor die gotischen Reiter ihn erreicht hatten lag er, noch einige Zeit zuckend, auf dem Boden und verendete. "Er ist nicht stark... hat noch nicht genug geruht... ist nicht stark genug... noch nicht stark", schallte eine Stimme durch die Ewigkeit.

Freitag, 2. Dezember 2005

Die unsterbliche Seele VI

"Wach auf" flüsterte eine samtweiche, freundliche Stimme. "Komm wieder zu dir" hallte es in die weisse Unendlichkeit. Eine bläulich schimmernde Seele nahm ihre Umgebung wahr und versuchte sich mühevoll zu Verständigen was aber nur in kurzen, kläglichen Geräuschen endete die wie sanfte Windböen klangen. "Versuche nicht zu sprechen, versuche nur zu denken" riet die Stimme sehr verständnisvoll. "Wo... bin... ich...?" drang es aus der Seele heraus, gepresst und noch sehr unsicher. "Versuche dich zu entspannen, du bist am Ort allen Lebens, am Ursprung, an der Quelle". "Aber... wie.... .... was... bin... ich?" quoll es zähflüssig wie Sirup aus der gequälten Seele. Die freundliche Stimme schien von allen Seiten auf die Seele einzureden und antwortete: "Erinnere dich Marius. Khat. Zhan-Pek. Ith. Cornelius. Die irdischen Namen deren Schicksale du einst getragen hast, hunderteinundsechzig Jahre lang" Die Seele flackerte ein wenig und begann sich zu erinnern, sah Bilder von blutenden Gladiatoren, unendlichem Eis und tränenreichem Leid. "Keine Fragen mehr, du bist verletzlich. Entspanne dich einfach, wir kümmern uns um dich". Als der seichte Windhauch die letzten Silben der Stimme hinfortgetragen hatte fiel die Seele, eine leicht bläulich schimmernde Wolke mit verschieden tiefen Kratzern und einer sehr blass gewordenen Kontur, wieder in einen komatösen Zustand. In den unendlichen, blassweissen Weiten erklang plötzlich eine andere, nicht ganz so freundliche Stimme: "Ob sie die Richtige für uns ist? So schwach, aber auch so... freundlich". "Sie wird ihren Zweck erfüllen" erwiderte die bekannte, samte Stimme von einer scheinbar anderen Richtung entschlossen zurück.

Donnerstag, 1. Dezember 2005

Die unsterbliche Seele V

Rom, 255 n.Chr.
Die Nachricht das Licinius Valerianus Sohn Gallienus, der Sohn und Mitregent des Kaisers persönlich, die Invasoren besiegt hatte schallte laut durch die Strassen Roms als Cornelius sich gerade aus dem Haus begab um etwas zu essen zu kaufen. Seinen 43sten Geburtstag hatte er sich etwas anders vorgestellt als durch ein jubelndes Rom zu laufen, dessen Bewohner ihn nicht zu beachten schienen. Doch hier kannte er keine Menschenseele und nur selten hatte jemand ein freundliches Wort für ihn übrig oder gar Zeit für einen kleinen Plausch. Er biss sich nachdenklich auf die Unterlippe als er in die enge Gasse vor dem prunkvollen Tempel des Pantheon einbog, gedankenverloren weiterschlenderte und sich schliesslich in einem Gewirr aus schmalen, verlassenen Wegen verlor. Mit einem Mal war alles still um ihn geworden und von Weitem hörte er eine harte aber leise Stimme flüstern. "Hunderteinundsechzig", klang es in seinen Ohren und er drehte sich nervös um - "du bist Zuhause" - doch da war niemand. Ruckartig drehte er sich wieder zurück und lauschte. Nach einem kurzen Moment schüttelte er verwirrt den Kopf und verlor sich wieder in seiner Einsamkeit. Vor kurzem erst war er vom Norden hierher gezogen, da sein Dorf von den Barbaren überfallen wurde und er nur mit Mühe und viel Glück entkommen konnte. Er hatte seine Familie verloren, sein Haus aufgeben müssen und war nun ein heimatloser Flüchtling der sein Glück in den Strassen Roms suchte. "Ganz ruhig!", sagte eine andere, dreckige Stimme, die ihn an seinem Gewand packte und Cornelius wurde ein Messer an die Kehle gehalten. "Gib mir all dein Geld, dann passiert dir nichts" fauchte der Strassendieb ihm ins Ohr während er ihn tiefer in die zwielichtige Gasse trieb. "Ich... ich habe keinen einzigen Quadrans mmehr", brachte er stotternd hervor. "Du willst mich für dumm verkaufen?" kreischte der Dieb zornig und zog seine Klinge schnell über Cornelius Kehle. Unendlich langsam sackte er zusammen und spürte, wie der Dieb schroff und panisch seine Klamotten durchwühlte und schliesslich frustriert flüchtete. In seinem eigenen Blut liegend, röchelte Cornelius und hielt seine Hände an den langen, geraden Schnitt bis all seine Kraft aus ihm wich und er verendete. "Dieses Leid", brach es sich an den Wänden der kleinen Gasse. "So viel Schmerz"

Dienstag, 29. November 2005

Die unsterbliche Seele IV

Antarktis, 215 n.Chr.
Wohin man auch blickte, man sah nur Schnee und Eis und den immer blauen Himmel über allen Dingen. Ith sah die Welt mit anderen Augen, er erkannte verschiedene Schneeschichten schon von weitem, konnte bestimmen wie fest sie waren und wusste sich auch, besser als jedes andere Lebewesen auf der Erde, in seiner Umgebung zu orientieren. Doch er war der letzte seines Stammes, seiner gesammten Rasse, dessen Existenz der Nachwelt bis heute verborgen bleiben sollte. Er hatte viel durchmachen müssen in seinem kurzen Leben und das sah man ihm auch an. Ith hatte nur noch einen Arm, sein brauner, ledriger Torso war abgemagert und sein Gesicht von tiefen Furchen durchzogen. Seit 27 irdischen Jahren war sein Körper am Leben und obwohl er noch so jung war, wusste er das seine Zeit gekommen war. Um seiner Rasse die letzte Ehre zu erweisen und ihr eine Ruhe bis zum Ende des Universums zu verschaffen, hatte er ihre Körper in den tiefen der antarktischen See versenkt und war nun im Begriff sich zu ihnen zu legen um für immer zu schlafen. Ith hatte keine Angst vor dem Tod, genau genommen hatte er auch noch nie so etwas wie Angst oder Liebe empfunden. Ruhig stand er einige Minuten vor dem tiefen Loch im ewigen Eis und freute sich auf den ewigen Schlaf. Das sollte also das Ende seiner Rasse sein, dachte er laut vor sich hin und lies sich sanft in das kalte Wasser gleiten. Langsam, aber gerade noch für das Auge sichtbar, fror die Öffnung des Grabs über ihm zu, bis es nicht mehr von der umliegenden Umgebung unterschieden werden konnte.

Samstag, 26. November 2005

Die unsterbliche Seele III

Hanzhong, 188 n.Chr.
"Die rauhen Zeiten nehmen kein Ende", dachte sich Zhan-Pek, als er vorsichtig durch die Strassen von Hanzhong wandelte. Er hatte Angst vor der Zukunft und war froh, dass er keine Familie mehr hatte, die er hätte beschützen müssen. Da er stehlen musste um zu überleben - was ihm nicht leicht fiel -, wurde er von der hiesigen Obrigkeit hart verfolgt. Was er nicht wusste war das Gouverneur Liu Yan von Yizhou bereits seinen Beamten Zhang Lu zur Beseitigung eines Gouverners nach Hanzhong schickte und er somit doch noch vor dem Gesetz gerettet werden konnte. An seinem 30sten Geburtstag passierte dann doch das Unausweichliche - er wurde beim Stehlen im Hause eines höhergestellten Bürgers erwischt und man brachte ihn direkt in einen alten, modrigen Kerker. Zhang Lu war schon auf seinem Weg in die Stadt, doch für Zhan-Pek war es bereits zu spät. Er schrie und wehrte sich nicht, als sie ihn in einen dunklen Kerker warfen, sondern fügte sich ruhig seinem Schicksal. "Ich habe gegen die Gesetze verstossen", dachte er sich "also muss ich gerichtet werden". Sein einziger Trost war, das er nach den Misshandlungen durch die Gesetzeshüter endlich seinen Frieden finden würde. Harte Schläge mit Holzprügeln trafen sein Gesicht, mit glühendem Metall wurden seine Wunden geschlossen und seine Peiniger liessen all ihre Frustrationen an ihm, den Dieb den sie schon so lange gesucht hatten, aus. Vier Jahre war er ihnen entkommen und jetzt liessen sie es sich nicht nehmen seinen Tod so lange wie möglich herauszuzögern. Zhan-Pek ertrug die Schmerzen und hoffte auf ein schnelles Ende, das ihm leider nicht gewährt wurde. Nach unzähligen Minuten Folter brach er schliesslich mit einem erleichternden Seufzer zusammen und starb. Einsam und allein sickerte seine Seele in die Erde.

Freitag, 25. November 2005

Die unsterbliche Seele II

Antinupolis, 158 n.Chr.
Wohin man auch sah erstreckte sich wunderschönes, fast unberührtes Land. Khat stand vor seinem recht einfachem, kleinen Haus und betrachtete die Natur in all ihrer Schönheit. Er war gerade 32 Jahre alt geworden und wohnte mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn recht nahe am östlichen Ufer des Nils. Khat war ein einfacher Bauer und der Nil sorgte für das Überleben seiner Familie. "Ach da bist du" sagte seine Frau, die plötzlich neben ihm stand und seine schweifenden Gedanken unterbrach. "Ja, ich wollte einen Moment lang die Natur geniessen, ich denke ich werde ein paar Schritte gehen" erwiderte Khat, verabschiedete sich von seiner Frau und wanderte am Nil entlang, in entgegengesetzter Richtung zum Tempel. Er war zufrieden mit sich und seinem Leben aber er hatte schon den ganzen Tag ein merkwürdiges Gefühl im Bauch und wollte deshalb durch einen Spaziergang auf sein Inneres hören und herausfinden was es sein konnte. Als er nach einer halben Stunde immer noch ratlos war, beschloss er das es sinnlos war weiter darüber nachzudenken und wanderte zurück. Doch als die Abenddämmerung anbrach und er in der Nähe seines Hauses war, merkte er das etwas nicht stimmte. Statt der üblichen Shilouette befand sich nur noch eine Staubwolke an der Stelle, an der einmal sein eigens gebautes Haus stand. Panisch rannte er auf die Trümmer zu und rief nach seiner Frau und seinem Sohn, doch sie konnten ihn nicht mehr hören. Als weitere Menschen zur Hilfe eilten und ihm halfen die großen Lehmstücke beiseite zu räumen fand er seine tote Frau unter einem Balken begraben und brach in Tränen aus. Verzweifelt und panisch suchte er nach seinem Sohn, doch auch ihn konnte er nur noch tot bergen. Khat schrie aus vollem Halse, stiess zwei oder drei Arme weg, die ihn beruhigen wollten und rannte so schnell er konnte auf den Nil zu. Er rannte und rannte, bis seine Fussohlen brannten und preschte in vollem Lauf ins warme Wasser. Auf halben Weg zur Flussmitte fiel er um, der Schleier der Ohnmacht legte sich über ihn und er ertrank in der Strömung des Flusses. Die Strömung trug ihn noch eine Zeit lang mit sich bis er von ein paar entsetzten Kindern gefunden wurde.

Dreggsblogg

me and my demon

Über...

(c) by BigKing
SirDregan aka Benillo
24 Jahre
wohnhaft in Bayreuth
verwirrt, melancholisch, leicht exhibitionistisch,
Bühnenschlampe,
Filmsüchtig

126616363

eMail: blog[at]sirdregan[point]de
Termine und Erfolge

current Ohrwurm:
Noisia Live @ Creamfield 2008 (Essential Mix)

Zwerghamster Rettet Heinz! Buttonnetzwerk für ein freies Internet
Creative Commons-Lizenzvertrag
mindestens haltbar - magazin für meinungen
Datensammler sind Verbrecher!

Aktuelle Beiträge

Wanted...
Hmmm...jedes Mal wenn besagte Dame (handelt es sich...
MaraJade (anonym) - 5. Okt, 17:52
Da liegst Du leider ethymologisch...
Da liegst Du leider ethymologisch total daneben. Die...
konner (anonym) - 1. Okt, 19:54
Volkszählung
Wieso zählen? Reicht da kein DB-dump??? :D
Peter (anonym) - 30. Sep, 14:17
Zählen ist einfach
Anlässlich des Amtsleiterwechsels im Statistischen...
SirDregan - 30. Sep, 09:26
Ich seh aus wie
Fonzy sich fühlt Nur mit Frisur (und ich lese...
SirDregan - 29. Sep, 15:44

Status

Online seit 1197 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Okt, 17:52

Wer bin ich?

Impressum

Verlink mich!

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this topic

twoday.net AGB