Über das Sterben
Vor ein paar Jahren ist meine Patin schwer erkrankt. Die Ärzte diagnostizierten bei ihr Brustkrebs, aber gaben ihr Hoffnung und liessen zur Vorsorge ihren Körper vom Hals abwärts durchchecken. Das eine Kopfuntersuchung nicht zu dem Teil gehört den die Krankenkasse übernimmt konnten wir nicht wissen. Auch hätten wir sie uns wahrscheinlich nicht leisten können. Jedenfalls schaffte sie es den Krebs zu besiegen und nach unzähligen Tagen der Chemotherapie die sie ihre Kopfhaare verlieren liess war sie auf dem Weg der Besserung. Doch mit jedem Tag den es ihr körperlich besser ging, veränderte sie sich psychisch. Sie wurde leichter reizbar und sicher auch depressiv. Ich freute mich das sie den Kampf geschafft hat und nahm dennoch Abstand von ihr. Sie wurde mir langsam unsymphatisch, ich konnte das damals nicht verstehen oder habe es einfach nicht realisiert was da mit ihr geschehen war. Etwa ein halbes Jahr nach ihrer Therapie klagte sie über Kopfschmerzen und es ging ständig auf und ab. Einen Tag vor ihrem Geburtstag sackte sie dann einfach zusammen und die Ärzte diagnostizierten wieder herum. Es waren Gehirntumore. Viel zu viele. Noch bevor ihre Tochter ihre Gedanken ordnen konnte wurde ihr die Entscheidung abgenommen ob sie den Stecker ziehen will oder nicht. Meine Patin glitt sanf im Schlaf in den Tod. Ich sass gerade auf dem Boden vor meinem Pc, mit dem Gedanken warum die Kiste nicht mehr anspringt beschäftigt, als meine Mutter das Zimmer betrat und mir erzählte was letzte Nacht passiert ist. Ich brachte nur ein "oh scheisse..." heraus. Sie fragte ob es mir gut ginge und ich meinte bei mir wäre alles in Ordnung. Sie verlies mein Zimmer und ich sass immernoch auf dem Boden und starrte in irgendeine Richtung. Und dann weinte ich. Ich weinte nicht aus Trauer, ich weinte, weil ich nicht weinen konnte. Im Nachhinein denke ich das ich einfach nur froh war das sie es überstanden hat und sie ja kein wirklich erfülltes Leben hätte Leben können, mit den Depressionen und den Therapien. Aber innerlich kam ich mir schäbig vor solchen Gedanken auch nur ansatzweise zu folgen und ich fühlte mich schuldig weil ich mich von ihr abgewendet habe anstatt noch Zeit mit ihr zu verbringen.
Aber ich denke an dich, wenn ich Baileys trinke, ab und zu wenn ich meiner Mutter in die Augen schaue und wenn ich wie jetzt weinen muss weil du mir so unendlich fehlst.
Ich werde dich nie vergessen, Erika.
Aber ich denke an dich, wenn ich Baileys trinke, ab und zu wenn ich meiner Mutter in die Augen schaue und wenn ich wie jetzt weinen muss weil du mir so unendlich fehlst.
Ich werde dich nie vergessen, Erika.
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
KleinesF - 8. Aug, 15:38
Symptomatisch: Hierzu keine Kommentare. Höchstens vielleicht etwas über Ärzte.
SirDregan - 8. Aug, 15:45
Naja das ist halt immer so ne Sache, die Ärzte haben nicht genug Engagement gezeigt, die Krankenkasse nichts gesagt und hätte nicht gezahlt und wir nicht tiefer gebohrt. Also nicht nur die Ärzte verurteilen.














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