24 Stunden in New York - Teil 2
Doch so schlimm wie der angewärmte Lichtschalter vermuten lies war das Zimmer überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, die Wände des Badezimmers waren sogar komplett aus Stein und alles war wirklich sauber und bildete somit ein recht extremes Gegenstück zum Ausblick aus dem Fenster. Auch konnte man die Tauben durch das geschlossene Fenster nicht mehr kacken hören - für ruhigen Schlaf sollte also gesorgt sein. Doch betten wollte ich mich erst, nachdem ich ordentlich in meinen Geburtstag gefeiert hatte. Also raus aus den Flugzeugklamotten, hinter die Glastür unter die Dusche und fünfzehn Minuten später trat ich frisch und gestyled vor die Tür des Hotels. Und dann liess ich mich einfach nur treiben...
Bevor mein Kopf realisiert hatte was los war, sprach ich auch schon ein junges Paar an. Ich sei nur für einen Tag in der Stadt, in sechs Stunden hätte ich Geburtstag und wüsste gerne wo man hier feiern kann. Die Beiden lächelten mich an und empfohlen mir eine Bar namens Banc ("bank... with a c at the end!") gleich in der Nähe. Dies sei ein guter Startplatz für eine Nacht in Manhattan. Also steuerte ich los, setzte mich an die Bar, orderte einen White Russian und sprach meinen Sitznachbarn an. Es dauerte keine zehn Minuten, da war ich auch schon in netter Konversation mit Jeff und seinen drei Freunden. Oder war es Chris gewesen? Naja egal, jedenfalls war meine Aussprache scheinbar recht gut, da sie mich zuerst für einen Amerikaner mit ländlichem Akzent hielten. Obwohl... wenn ich mir das so recht überlege war das vielleicht gar kein Kompliment gewesen. Auf jeden Fall fing der Abend schon gut an, der White Russian schlug doppelt so stark zu, war jedoch nur halb so teuer wie in mir bekannten Kneipen meiner Heimatstadt (was vermutlich auch an dem schwachen Dollar liegt). Mit einem Handzeichen wollte ich der Bedienung signalisieren "der Drink schmeckt fantastisch!", sie deutete dieses Zeichen jedoch als ein "Bitte noch einen hiervon, Schönheit!" und stellte mir wenige Sekunden später wimpernklimpernd noch einen Drink vor die Nase. "Was solls - ich feier Geburtstag in Manhattan!", dachte ich mir und genoss meine beiden Drinks. Die Bar wurde langsam voller und ich begann mehr Leute anzusprechen, so dass ich im Laufe des Abends zwischen drei großen Ecken der Bar hin und herschlenderte, Bud Lights ausgegeben bekam oder Bud Lights verteilte, zwischendrin das Angebot einer wunderschönen Viertelitalienerin ausschlug ("You're so cute! I just want to put you in my handbag and take you home with me!") und pünktlich um zwölf etwa fünfzehn bis zwanzig Menschen zuprostete. Vierundzwanzig Jahre. Ich war glücklich, in guter Gesellschaft und ich war betrunken. Also feierte ich weiter, unterhielt mich über Politik, die Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika und all die kleinen und großen Dinge, die uns bewegen. Ich hatte es geschafft, mein Ziel in einer völlig fremden Megametropole lauter nette Menschen kennengelernt die mit mir Geschichten austauschten, lachten, feierten absolut erreicht. Gegen zwei, halb drei Uhr nachts trat ich dann aus der Bar und schlenderte mit einem clownhaften Grinsen im Gesicht zurück zum Hotelzimmer.

To be continued...
Bevor mein Kopf realisiert hatte was los war, sprach ich auch schon ein junges Paar an. Ich sei nur für einen Tag in der Stadt, in sechs Stunden hätte ich Geburtstag und wüsste gerne wo man hier feiern kann. Die Beiden lächelten mich an und empfohlen mir eine Bar namens Banc ("bank... with a c at the end!") gleich in der Nähe. Dies sei ein guter Startplatz für eine Nacht in Manhattan. Also steuerte ich los, setzte mich an die Bar, orderte einen White Russian und sprach meinen Sitznachbarn an. Es dauerte keine zehn Minuten, da war ich auch schon in netter Konversation mit Jeff und seinen drei Freunden. Oder war es Chris gewesen? Naja egal, jedenfalls war meine Aussprache scheinbar recht gut, da sie mich zuerst für einen Amerikaner mit ländlichem Akzent hielten. Obwohl... wenn ich mir das so recht überlege war das vielleicht gar kein Kompliment gewesen. Auf jeden Fall fing der Abend schon gut an, der White Russian schlug doppelt so stark zu, war jedoch nur halb so teuer wie in mir bekannten Kneipen meiner Heimatstadt (was vermutlich auch an dem schwachen Dollar liegt). Mit einem Handzeichen wollte ich der Bedienung signalisieren "der Drink schmeckt fantastisch!", sie deutete dieses Zeichen jedoch als ein "Bitte noch einen hiervon, Schönheit!" und stellte mir wenige Sekunden später wimpernklimpernd noch einen Drink vor die Nase. "Was solls - ich feier Geburtstag in Manhattan!", dachte ich mir und genoss meine beiden Drinks. Die Bar wurde langsam voller und ich begann mehr Leute anzusprechen, so dass ich im Laufe des Abends zwischen drei großen Ecken der Bar hin und herschlenderte, Bud Lights ausgegeben bekam oder Bud Lights verteilte, zwischendrin das Angebot einer wunderschönen Viertelitalienerin ausschlug ("You're so cute! I just want to put you in my handbag and take you home with me!") und pünktlich um zwölf etwa fünfzehn bis zwanzig Menschen zuprostete. Vierundzwanzig Jahre. Ich war glücklich, in guter Gesellschaft und ich war betrunken. Also feierte ich weiter, unterhielt mich über Politik, die Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika und all die kleinen und großen Dinge, die uns bewegen. Ich hatte es geschafft, mein Ziel in einer völlig fremden Megametropole lauter nette Menschen kennengelernt die mit mir Geschichten austauschten, lachten, feierten absolut erreicht. Gegen zwei, halb drei Uhr nachts trat ich dann aus der Bar und schlenderte mit einem clownhaften Grinsen im Gesicht zurück zum Hotelzimmer.
To be continued...
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