Artikulationsopfer
„Deine Mutter is dein Vatter und dein Vatter is schwul!“
Da steht er also vor mir, dieser Vorstadtgangster. Ganz in zartseidenem Türkis gekleidet wirft er mir diese Worte an den Kopf. Ich weis nicht, soll ich lachen ob der ungemein schwachsinnigen Äusserung? Soll ich weinen, weil der kreidebleiche, einmeterzwanzig große Deutsche mit einem türkischen Akzent zu sprechen versucht?
Ich kann mich nicht entscheiden also stehe ich nur da, verloren und im seltenen Stadium der Sprachlosigkeit. Was kann man auch schon auf so einen Satzdurchfall antworten, der von einer Person kommt, die über ihre eigenen Buchstaben stolpert und reihenweise verbale Unfälle verursacht. Andauernd schallt es aus meinem Kopfradio: Schwerer Wortunfall auf der A4! Ein Superlativ ist umgestürzt und hat mehrere Grammatikregeln verletzt. Eine Rechtschreibregel erlag auf dem Weg ins Krankenhaus ihren Verletzungen...
Ich meine diese Art von Personen, die an verbaler Inkontinenz leiden. Ihr.. wisst was ich meine, oder? Sollten heute Abend solcherlei Menschen anwesend sein, möchte ich das kurz erklären:
Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei normaler Inkontinenz, nur schlimmer. Es kommt einfach alles so unkontrolliert raus - und bevor ihr euch verseht ist das Maleur schon passiert!
Nur das Problem bei verbaler Inkontinenz ist, das es leider keinen Zivi gibt, der diese Wortsuppe hinterher wieder aufwischen muss. Und stellt euch mal ein Altersheim vor in dem kein Wehrdienstverweigerer den Boden wischt.
Schlussendlich habe ich mich doch dafür entschieden zu lachen und einfach weiter zu gehen. Doch dieser Satz bleibt mir bis heute an der hinteren Hirnrinde kleben. „Deine Mutter is dein Vatter und dein Vatter is schwul!“. Irgendwie heitert diese verstümmelte Satzkonstruktion auf, oder nicht? Versucht euch diese sprachliche Missgeburt einfach ins Gedächtnis zu rufen, wenn ihr schlechte Laune habt. Bei mir löst sie jedenfalls sofort einen kleinen Anflug von Erheiterung gepaart mit einem schwachen Mitleidsgefühl auf, wohlwissend das der Vater dieses Auswuchses wohl noch abertausende Tonnen Wortschutt zur Welt bringen wird.
Und erst... ach genug der Spinnerei! Was ich eigentlich damit sagen wollte ist folgendes:
Sprecht langsam und nehmt euch Zeit für eure Satzkonstuktionen. Man kann so viel schönes mit einem wohlgeformten Satz ausdrücken. Und Worte sind geduldig, Sätze sind nicht nachtragend.
Aber ich bin es! Und wenn ich noch einmal „Ey, Alter, haste Kippe eben?“ höre, dann schlage ich mit einem Satz brennender Druckbuchstaben um mich und zeige euch, wie man einen Apostroph sinnvoll verwendet!
(gelesen gestern Abend beim 9ten Bayreuther Poetry Slam. Kam scheinbar gut an, bin ins Finale gekommen :) Siehe auch -> Errungenschaften)
Da steht er also vor mir, dieser Vorstadtgangster. Ganz in zartseidenem Türkis gekleidet wirft er mir diese Worte an den Kopf. Ich weis nicht, soll ich lachen ob der ungemein schwachsinnigen Äusserung? Soll ich weinen, weil der kreidebleiche, einmeterzwanzig große Deutsche mit einem türkischen Akzent zu sprechen versucht?
Ich kann mich nicht entscheiden also stehe ich nur da, verloren und im seltenen Stadium der Sprachlosigkeit. Was kann man auch schon auf so einen Satzdurchfall antworten, der von einer Person kommt, die über ihre eigenen Buchstaben stolpert und reihenweise verbale Unfälle verursacht. Andauernd schallt es aus meinem Kopfradio: Schwerer Wortunfall auf der A4! Ein Superlativ ist umgestürzt und hat mehrere Grammatikregeln verletzt. Eine Rechtschreibregel erlag auf dem Weg ins Krankenhaus ihren Verletzungen...
Ich meine diese Art von Personen, die an verbaler Inkontinenz leiden. Ihr.. wisst was ich meine, oder? Sollten heute Abend solcherlei Menschen anwesend sein, möchte ich das kurz erklären:
Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei normaler Inkontinenz, nur schlimmer. Es kommt einfach alles so unkontrolliert raus - und bevor ihr euch verseht ist das Maleur schon passiert!
Nur das Problem bei verbaler Inkontinenz ist, das es leider keinen Zivi gibt, der diese Wortsuppe hinterher wieder aufwischen muss. Und stellt euch mal ein Altersheim vor in dem kein Wehrdienstverweigerer den Boden wischt.
Schlussendlich habe ich mich doch dafür entschieden zu lachen und einfach weiter zu gehen. Doch dieser Satz bleibt mir bis heute an der hinteren Hirnrinde kleben. „Deine Mutter is dein Vatter und dein Vatter is schwul!“. Irgendwie heitert diese verstümmelte Satzkonstruktion auf, oder nicht? Versucht euch diese sprachliche Missgeburt einfach ins Gedächtnis zu rufen, wenn ihr schlechte Laune habt. Bei mir löst sie jedenfalls sofort einen kleinen Anflug von Erheiterung gepaart mit einem schwachen Mitleidsgefühl auf, wohlwissend das der Vater dieses Auswuchses wohl noch abertausende Tonnen Wortschutt zur Welt bringen wird.
Und erst... ach genug der Spinnerei! Was ich eigentlich damit sagen wollte ist folgendes:
Sprecht langsam und nehmt euch Zeit für eure Satzkonstuktionen. Man kann so viel schönes mit einem wohlgeformten Satz ausdrücken. Und Worte sind geduldig, Sätze sind nicht nachtragend.
Aber ich bin es! Und wenn ich noch einmal „Ey, Alter, haste Kippe eben?“ höre, dann schlage ich mit einem Satz brennender Druckbuchstaben um mich und zeige euch, wie man einen Apostroph sinnvoll verwendet!
(gelesen gestern Abend beim 9ten Bayreuther Poetry Slam. Kam scheinbar gut an, bin ins Finale gekommen :) Siehe auch -> Errungenschaften)
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