Riot of the Flesh - Kapitel IV

"Hat er uns gesehen?", flüsterte eine beunruhigte Stimme eines jungen Angestellten. Er trug einen Mundschutz, Gummihandschuhe und einen schmutzigen Kittel, der nur noch entfernt an eine strahlend weissen Arztbekleidung erinnerte, wie man sie aus dem Fernsehen kannte.
"Ich glaube nicht, lass ihn uns einfach zur Siedlung bringen", antwortete der alte Oberarzt kühl. Sein Kittel war weniger dreckig, aber seine Miene erweckte selbst unter den schützenden Stoffen in seinem Gesicht keinen freundlichen Eindruck.
Der Jüngling merkte sofort, dass diese Antwort als Befehl zu verstehen war und hievte Daves leblos wirkenden Körper in eine alte, rostige Schubkarre. Quietschend schob er ihn aus seinem mittlerweile sauberen Wohnzimmer und hastete einige Meter weiter um sie dort an einen seiner Kollegen weiterzugeben. Als er schliesslich wieder schwer atmend in Daves Haus angekommen war, drehte sich der Oberarzt langsam auf dem Absatz zu ihm um. Sein Mundschutz hob und senkte sich fast wie in Zeitlupe und schien den Jüngling unangenehm zu faszinieren. Ruhig zog der alte Arzt den Ärmel seiner linken Hand zurück und las die Uhrzeit auf seiner Rolex ab.
"Es ist genau 22:22 Uhr am 31sten August", stellte er fest, ohne von dem glänzenden Schmuckstück aufzusehen, "Exakt zwei Wochen lang hat es gebraucht ihn zu finden. Das ist absolut inakzeptabel"
"Aber... wir...", begann der junge Angestellte zu erklären. Kalter Angstschweiss bildete sich auf seiner Stirn und er hatte große Mühe sein Gehirn daran zu erinnern seine Fähigkeit zu sprechen nicht einfach zu verlieren. Hinter ihm trat eine ebenfalls in Arztklamotten gekleidete Gestalt lautlos durch den Türrahmen.
"Erst... erst seit vorgestern wussten wir überhaupt das einer fehlt!", flehte der Jüngling und wurde dabei ungewollt laut und panisch. Doch bevor er zu seinem nächsten Erklärungsversuch ansetzen konnte, zückte sein Kollege hinter ihm ein Skalpell. Schnell und sorgfältig schnitt er ihm Kehle durch, packte seinen Arm mit der einen, den Kopf mit der anderen Hand und schleifte ihn aus dem Haus. Der Oberarzt schloss seine Augen, atmete ruhig und lange ein und öffnete sie erst wieder, als das Röcheln verstummt war.
"Leg ihn zu den anderen und dann schaff sie weg"

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