Nur zehn Minuten
Zehn Minuten Ruhe und angenehme Einsamkeit. Ja, das ist genau das was ich jetzt brauche. Langsam schlendere ich durch die Nacht und verharre für einige Minuten an einem bekannten Ort. Der Rauch kräuselt sich sanft vor meinen Augen und ich atme die frische Luft während ich meinen Kopf in den Nacken lege um den bewölkten Abendhimmel anzustarren. Und ich denke... ich denke an diesen Blogeintrag. Paradox, irgendwie. Jetzt, wo ich tippe. Dann denke ich daran, was wichtig ist, wieviele Seelen hier um mich herum leben, gerade den schlechtesten oder auch schönsten Tag ihres Lebens erleben. Daran, wie ich früher hier stand, auf diesem Pausenhof und Marc davon überzeugte heimlich in den Schulgarten zu schleichen und eine rote Tulpe zu klauen, während die Schulleitung vor dem Gartenteich mit meinem Vater redeten. Mit dem Rücken zu uns gewandt redeten sie in aller Ruhe und so konnte ich schliesslich die nicht selbst ergatterte Tulpe endlich mit dem vorbereiteten, fein säuberlich abgetrenntem Stück Papier kombinieren. Ja. Nein. Vielleicht. Das stand auf dem Papierfetzen den ich mitsamt der Blume meiner Angebeteten überreichte. Damals, in der vierten Klasse, als wir genauso viele Probleme hatten. Nur erscheint uns das heute um einiges banaler als damals. Ich denke an meine Freunde und daran, was für sie wichtig ist. Die Gedanken gewinnen an Fahrt und ich denke an homosexuelle Erfahrungen, kleine Erlebnisse und an den Tod in Gestalt meiner verstorbenen Patin. Aber schon sind die zehn Minuten schon vorbei und ich denke nur noch daran, das ich mal wieder zum Zahnarzt müsste. Schade eigentlich.
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks














Trackback URL:
http://sirdregan.twoday.net/stories/1581192/modTrackback