Donnerstag, 9. November 2006

Riot of the Flesh - Kapitel VIII

Nachdem Clen mit einem scheinbar nicht von Meisterhand gefertigten Lehmbecher zurückgekommen war, hatte sich Arthur schwerfällig aufgesetzt und an eine steinerne Wand gelehnt. Alles um ihn herum erweckte einen kargen und vorsintflutlichen Eindruck. Die Räume in seiner Sichtweite waren karge Höhlen, stabilisiert durch einzelne, scheinbar willkürlich angeordnete Mauern. Auf dem Boden und auf schlecht verarbeiteten Lehmklumpen, die so etwas wie Tische und Stühle darstellen sollten, lagen diverse selbstgebaute Werkzeuge.
"Wie fühlst du dich?", fragte Clen mit besorgter Miene.
"Besser", antwortete Arthur, "ein wenig besser".
Das reden fiel ihm immer noch schwer, also übernahm Clen die Initative und klärte ihn über die aktuelle Situation auf. Er befand sich etwa fünfundzwanzig Meter unter der Erde in einem autonomen Gebäudekomplex aus zwei Dutzend Höhlen, die durch mehrere Gänge miteinander verbunden waren. Bevölkert wurde dieser von der Wiederstandsgruppe "Flesh", die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das Überleben der Menschheit zu sichern. Da es ein großes Risiko war, an die Oberfläche zu gelangen, war Holz hier unten Mangelware. Die meisten Einrichtungsgegenstände waren aus Lehm gearbeitet, den es hier unten in Mengen gab.
Während Clen sprach gesellten sich nach und nach einige schüchterne, aber doch neugierige Männer und Frauen dazu. Sie näherten sich vorsichtig und verteilten sich absolut lautlos im Raum, immer darauf bedacht genügend Abstand zu dem Fremdling zu halten. "Wie ein Schwarm Glühwürmchen", dachte sich Arthur.
"Aber vor was versteckt ihr euch hier unten eigentlich?", fragte er, Clens Ausführungen unterbrechend. Doch bevor dieser zu einer Antwort ansetzen konnte erklang ein hochfrequenziertes Summen, das sich gespenstisch an den Wänden der Räume brach. Augenblicklich verschwand die komplette murmelnd Zuhörerschaft in den anliegenden Höhlen.
"Keinen Laut!", sagte Clens, "Sie kommen..."

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