Donnerstag, 13. April 2006

Spazieren im Frühling

Manchmal wollen meine Füße nicht stehen bleiben und manchmal wollen meine Füße nicht laufen.
Ich streife um das alte Schulgebäude und bleibe fast zwanghaft vor einem schönen Baum stehen. Mein Kopf weis genau wie er sich anfühlt und er spinnt schon die Worte, die mir zu diesem Bild einfallen. Der Himmel ist in einen ganz seichten, warmen Rosaton gekleidet und die Luft ist erfrischend kalt.
Langsam streife ich weiter und bewundere, wie sich die Bäume aus der Ferne anfühlen. Was einst ein knochiges Gerüst im Wind war, wiegt jetzt sanft im Takt der abendlichen Frühlingsbrise. Man kann das Leben schon spüren, das in ihm aufblüht und manchmal kann man es sogar sehen. Kleine Blüten und Blattansätze spriessen überall aus den recht kahlen Riese und hier und dort haben die Grünflächen schon ihre saftigen Farbtöne, aller Kälte zum Trotz.
Ich nehme meine Mütze und meine Brille ab und blicke entspannt nach oben, in die herunterfallenden, winzigen Schneeflocken. Ja, es fühlt sich wie Frühling an.
Ruhig nähere ich mich einem großen Baum, der sich imposant vor meinen Augen aufbaut. Sanft betaste ich seine Rinde und fühle die uralte Kraft und das Leben das einst aus seinen Wurzeln entstanden ist. Es fühlt sich rauh an und ich denke daran, wie stark ein Baum ist und welchen Witterungen er trotzt.
Irgendwie wirken die teils noch dünnen Geäste der umliegenden Bäume wie eine Bastion gegen den täglichen Lärm und Stress. Wenn sie aufgeblüht sind, umhüllen sie uns mit ihrem vollen Leben und tragen sicher auch ein Stück zur angenehmen Ruhe bei, die man in einer kleinen Wohnung in der Innenstadt wahrscheinlich nur unterbewusst vermisst. Aber sie fehlen, dessen bin ich mir sicher.
Dann wünschte ich, ich könnte wie eine Gottheit auf den von der Natur schon zerborstenden Teerboden spucken. Aus meiner Spucke würden kleine Bäume spriessen, die sich zu großen, starken Riesen emporziehen. Sie beleben die Szenerie noch intensiver und halten ihr laubbedecktes Geäst über unsere Körper.
Während die Klänge von Seclusion anschwillen, bin ich schon fast wieder daheim und als das epische Stück langwierig leiser wird, sperre ich meine Türe auf, trete in den freundlich aber künstlich beleuchteten Hausflur und freue mich, dass es noch so viel Natur zwischen unseren fast schon zu dicht besiedelten Häusern gibt. Ich hoffe das bleibt so, für immer.

Fragmentgeschichte 2 - Teil 6

"Ja, das ist sie", sagte der Alka-Alkaner, "da bin ich mir ganz sicher."
Jens musterte für einen Moment nachdenklich den Boden und stand dann hastig auf. "Also, was ist jetzt mit unserem Hausmädchen? Hat sie Holger kaputt gemacht?"
"Nein, das bestimmt nicht, aber sie ist ein... ähm... ganz besonderes Lebewesen", druckste der kleine, grüne Schultersitzer herum. "Aber wir haben keine Zeit für große Erklärungen, wir müssen sie finden!", fügte er hastig hinzu und hüpfte wieder wild entschlossen auf Jens herum.
Dieser grummelte zwar, aber begann dann damit, sich grübelnd in Bewegung zu setzen und sich von seinem selbsternannten Jockey lenken zu lassen. Was war nur so besonders an Gloria Findel?
Olaf, die jetzt sehr mürrische Ameise, schaute dem wundersamen Wanderern hinterher, hob seinen rechten Vorderfuß und wünschte sich sehnlichst, er hätte einen gut sichtbaren Mittelfinger. Doch dann grinste er hämisch, denn er wusste, wo Gloria Findel sich befand.

***

"Gloooria! Oooh Gloooria!", grölte ein Landstreicher vor dem Café Honolulu und brachte den Doktor für einen Moment aus dem Konzept.
"Ja...ähm", stotterte er und begann immer stärker zu schwitzen. Herr Schlauber war sehr verwirrt und versuchte, mit der Situation fertig zu werden. Was war hier nur los?
Plötzlich hörte er ein leises Fiepen, das vom Boden zu kommen schien. Er blickte sich langsam um und entdeckte dann eine kleine Maus, die neben ihm am Stuhlbein lehnte und ihn anstarrte. Sie fiepte und fiepte, doch Herr Schlauber verstand nicht, was sie von ihm wollte.
"Was ist?", fragte er etwas verwundert, "ich habe nichts zu essen für dich!", doch er erwartete natürlich keine Antwort. Gerade als er sich wieder Doktor Brutus zuwenden wollte, passierte es.
"Gloria Ffiiiieeep... Fieeendel!", sagte die Maus, krabbelte in windeseile quer durch den Raum und verschwand anschliessend in einem kleinen Loch in der Wand.
"Was ist hier nur los?", fragte er, mehr sich selbst.
Doktor Brutus wischte sich mit seinem Handrücken die dicken Schweissperlen von der Stirn und versuchte ein freundliches Gesicht aufzusetzen, welches jedoch nicht von seinen nervös zitternden Lippen ablenken konnte.
"Gar nichts, gar nichts", sagte er, "sie sind nur übermüdet, da höre ich auch manchmal Stimmen."
"Stimmen? Wer sagt was von Stimmen?", antwortete Herr Schlauber und erinnerte sich an seinen Traum. Diese Melone war aber auch sehr dubios, wer trägt denn heutzutage noch so etwas?
"Na, aber die Maus... ich ... wir", entgegnete Doktor Brutus und seufzte anschliessend sehr intensiv.
"Jetzt reicht es mir aber! Wer sind sie?", rief Herr Schlauber energisch. "Und keine Ausflüchte, ja?", keifte er spuckend über den Tisch.
Der Doktor wischte sich verletzt dreinschauend die auf seiner Brust gelandeten Spuckeflecken weg und setzte zu einer Antwort an. Sekundenlang herrschte Stille im ganzen Raum und die Luft schien zu flimmern. Herr Schlauber kniff die Augen zusammen und fixierte den Doktor angestrengt.
Und plötzlich war Doktor Brutus verschwunden.

Forsetzung folgt hier

Hier gehts zu Teil1, Teil2, Teil3, Teil4, Teil5.

Anagramm

GRASE, RIND!
Bin ich etwa eine SARG DIRNE?
oder doch ein RARES DING?

(link gefunden im habichvergessen Waschsalon)

Wie jetzt?

Einen Latte bitte
Ja. Ääh, Zucker dazu?
Jo, bitte.
Wieviel?
Drei reichen
(ins Mikrofon: Latte Macchiato mit dreimal Zucker, bitte)
Macht 2 Euro
Wie jetzt? 2 Euro für ne Latte? Warn das nicht schon immer 1,80?
Ja, seit heute kostet der Latte Macchiato 2 Euro
20 Cent mehr? Wo simmer denn hier!?
Sie sind hier bei McDonalds. Bitte bei Fenster 1 bezahlen

Hier die 2 Euro (zu sich murmelnd: Blutsauger)
Danke, mit Zucker?
äh ja, dreimal Zucker bitte
(ins Mikrofon: Mit dreimal Zucker)
Bitte fahren sie vor zu Fenster 2
Hmm ist das ne ABM hier?
Ähm, hä?
Naja, ich bestelle am ersten Fenster mit der Kasse, fahre zum bezahlen zum zweiten Fenster und dann zum dritten zum Waren abholen. Ist ihr Schalter nicht überflüssig?
Äh, ja. Bitte fahren sie zu Fenster 2

Hier der Kaffee. Zucker dazu?
Ja, drei reichen
(händigt Kaffe und etwa zwei Duzend kleine Zuckerpäckchen aus)
Bitte, schönen Tag noch
Aber drei rei...
Ja, schönen Tag noch!

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