Dienstag, 4. April 2006

Fragmentgeschichte 2 - Teil 4

Der Doktor war nicht für ausschweifende Reden bekannt, also sagte er in einem fast hektischen Tonfall "Ich bin nicht für ausschweifende Reden bekannt", zog seine Melone wie ein stilvoller Mann aus den Fünfzigern ein Stück zur Seite und glotzte Herrn Schlauber fragend an.
Doch dieser glotzte nur fragend zurück und es breitete sich eine dramatische Stille im Raum aus, die sogar die faulen Holzwürmer, die sich gemütlich durch die Barhocker nagten, zum verstaunten Aufhorchen bewegeten.
"So funktioniert das nicht, Herr Schlauber", flüsterte Doktor Brutus nervös. "Sie müssen mich schon fragen, was hier eigentlich los ist!"
Sein Gegenüber starrte nur perplex Löcher in die Luft, zupfte an dem Bund seiner Schlafanzughose und wünschte sich, etwas weniger auffälliges angezogen zu haben. Seinen schottischen Sonntagskilt zum Beispiel. Oder auch der Einreiher in einem nicht mehr ganz so modischem Hellblau.
"Tun wir einfach so, als hätten sie gefragt", sagte der Doktor und begann mit einer theatralischen Stimme die Situation zu erläutern: Gloria Findel sei ein einzigartiges Lebewesen auf diesem Planeten und in großer Gefahr. Ausserirdische vom Planeten alka-alka wollten ihre DNA stehlen um daraus eine neue Eissorte zu machen, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellen würde. Nur Herr Schlauber hatte die Kraft sie mit seiner... nunja... etwas unkonventionellen Denkweise zu überlisten.
"Sie fragen sich sicher, welche Rolle ich dabei spiele", sagte Doktor Brutus selbstverliebt und wartete auf einen Funken von Interesse.
Doch Herr Schlauber starrte weiterhin in seine mittlerweile recht groß gewordenen Luftlöcher. Er fragte sich, wie viele er noch erzeugen konnte. Fünf von ihnen waberten schon fröhlich vor sich hin und schienen sich recht wohl zu fühlen.
"Herr Schlauber?", drang es lautstark aus der Kehle des Doktors, doch die Luftlöcher verschluckten seinen Schrei und anschliessend seine Melone. Erschrocken wollte Doktor Brutus noch ein verwirrtes Wort aussprechen, doch noch bevor er mit seinen Lippen ein Fragezeichen geformt hatte, wurde er von einem der größeren Luftlöcher verschluckt.

***

"Schneller, Jens, schneller!", rief der kleine Ausserirdische spuckend und hüpfte auf Jens Schultern herum, wie ein Jockey auf einem zu großen Rennpferd. Woher er plötzlich die Gerte hatte, konnte sein menschliches Taxi nicht einmal erahnen.
"Bitte nicht so feste hüpfen!", sagte Jens gepresst und wunderte sich, was an dem kleinen Kerl nicht stimmte. Er war so... aufgedreht. Plötzlich fiel es ihm ein und er kam so abrupt zum Stehen, dass der Ausserirdische augenblicklich in seinem Nackenhaar klebte.
"Gn'aar!", schrie er entzürnt, "was ist denn?"
Jens kratzte den kleinen, keifenden Kerl aus seinem Hinterkopf und hob ihn direkt vor seine Augen.
"Hast du etwa getrunken?", wollte Jens wissen und betonte dabei die Worte so, wie sie seine Mutter aussprach, wenn er mit seinem Zeugnis in der Hand oder Kaugummi im Haar nach Hause kam.
"Würdest du mir glauben, wenn ich nein sagen würde", antwortete das Häufchen Elend auf seiner Hand.

Forsetzung folgt hier

Hier gehts zu Teil1, Teil2, Teil3.

Das Hoch geniessen

Nachdem der Tag verklungen war, setzte ich mich auf und entspannte mich, ohne den Schleier der Faulheit zu sehr durch meinen Kopf schweben zu lassen. Voller Elan und Rededrang liess ich einen Abend ausklingen und einen neuen Tag anbrechen, der mich jetzt angenehm lächeln und hochmotiviert ins Bett schicken lässt.
Ich wanderte die letzten Meter bis zu meiner Haustür und atmete tief ein. Die kühle Luft brachte frischen Wind in meine Lungen und mit einem letzten Aufatmen vor dem Eintreten in die vertraute Wohnung war alles schlimme endgültig vergessen unnd die schlechten Gedanken verschwanden in der angenehm warm glimmenden Nacht. Jetzt sehne ich mich nicht mehr, sondern lebe diesen Moment und koste jede einzelne Sekunde aus.

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