Samstag, 26. November 2005

Bin am rumdröhnen

Der Raum um mich herum ist dunkel und warm. Wo bin ich hier nur gelandet? Ein langgezogener Moment der Stille, bis plötzlich der Bass wieder einsetzt und ich mit den anderen Tanzwütigen im faden Lichtschein meine Energie freilasse. Ist das GEIL! Mein Kopf ist leer, nur die harte Musik dröhnt um mich herum, in mir, mit mir. Und innerlich freue ich mich jetzt schon auf das taube Gefühl das alle meine Glieder befällt, auf das piepen in den Ohren und die entspannende Kraftlosigkeit wenn ich den Club verlasse und zum Chillout ansetze.
Lange rede kurzer Sinn, heute Abend fahre ich hier hin um mich mal wieder auszutoben. Also richtig. Dat schickt, Jung!
Dann mal ein schönes Wochenende und bis Montag

Die unsterbliche Seele III

Hanzhong, 188 n.Chr.
"Die rauhen Zeiten nehmen kein Ende", dachte sich Zhan-Pek, als er vorsichtig durch die Strassen von Hanzhong wandelte. Er hatte Angst vor der Zukunft und war froh, dass er keine Familie mehr hatte, die er hätte beschützen müssen. Da er stehlen musste um zu überleben - was ihm nicht leicht fiel -, wurde er von der hiesigen Obrigkeit hart verfolgt. Was er nicht wusste war das Gouverneur Liu Yan von Yizhou bereits seinen Beamten Zhang Lu zur Beseitigung eines Gouverners nach Hanzhong schickte und er somit doch noch vor dem Gesetz gerettet werden konnte. An seinem 30sten Geburtstag passierte dann doch das Unausweichliche - er wurde beim Stehlen im Hause eines höhergestellten Bürgers erwischt und man brachte ihn direkt in einen alten, modrigen Kerker. Zhang Lu war schon auf seinem Weg in die Stadt, doch für Zhan-Pek war es bereits zu spät. Er schrie und wehrte sich nicht, als sie ihn in einen dunklen Kerker warfen, sondern fügte sich ruhig seinem Schicksal. "Ich habe gegen die Gesetze verstossen", dachte er sich "also muss ich gerichtet werden". Sein einziger Trost war, das er nach den Misshandlungen durch die Gesetzeshüter endlich seinen Frieden finden würde. Harte Schläge mit Holzprügeln trafen sein Gesicht, mit glühendem Metall wurden seine Wunden geschlossen und seine Peiniger liessen all ihre Frustrationen an ihm, den Dieb den sie schon so lange gesucht hatten, aus. Vier Jahre war er ihnen entkommen und jetzt liessen sie es sich nicht nehmen seinen Tod so lange wie möglich herauszuzögern. Zhan-Pek ertrug die Schmerzen und hoffte auf ein schnelles Ende, das ihm leider nicht gewährt wurde. Nach unzähligen Minuten Folter brach er schliesslich mit einem erleichternden Seufzer zusammen und starb. Einsam und allein sickerte seine Seele in die Erde.

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